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2026 Neujahrswünsche

Geschätzte Geschäftspartner, Freunde und Bekannte

Wie jedes Jahr hat uns auch das ausklingende Jahr viele Ereignisse beschert – freudige und traurige, tragische, erwartete und unerwartete.

Immer wieder rückte in diesem Jahr die Sicherheitspolitik in den Vordergrund. Die USA richten ihre Aussenpolitik immer stärker an eigenen Interessen aus und lösen sich von der Rolle als Hüterin der bestehenden Weltordnung. Die UNO kann diese Rolle nicht übernehmen, weil ihr Zwangsmittel zur Durchsetzung internationaler Regeln fehlen. Autoritäre Staaten wie Russland und China drängen darauf, die entstandene Lücke zu nutzen. Die regelbasierte internationale Ordnung gerät immer mehr unter Druck. Russland führt seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine trotz intensiver Gespräche über ein Kriegsende vorderhand weiter.

Europa wurde zu Jahresbeginn von der Trump-Regierung so deutlich wie nie zuvor aufgefordert, mehr zur gemeinsamen Verteidigung in der NATO beizutragen und die moralische Last des Handelns stärker mitzutragen. Die EU reagierte mit einem umfangreichen Schuldenprogramm zur Stärkung der Sicherheit. Gleichzeitig sind ihre Mitgliedstaaten so hoch verschuldet wie noch nie in Friedenszeiten. In Frankreich zeigte sich im September, dass in den heutigen Wohlfahrtsstaaten selbst leichte Defizitreduktionen Regierungen stürzen können, weil sie zwangsläufig Verlierer schaffen und breiten Widerstand auslösen.

Auch wirtschaftlich blieb es nicht ruhig. Am 2. April 2025 kündigte US-Präsident Donald Trump medienwirksam neue Importzölle für Länder mit Warenüberschüssen gegenüber den USA an. Damit sollen Industriearbeitsplätze ins Land zurückgeholt und die Staatseinnahmen gesteigert werden. In den Augen des US-Präsidenten profitieren Länder mit Exportüberschüssen übermässig von den USA. Er lässt unerwähnt, dass die exportorientierten Länder einen Teil ihrer Ersparnisse, statt diese im Inland zu investieren, als Kredite in die USA vergeben – wodurch in den USA mehr konsumiert werden kann, als die US-Wirtschaft produziert.

Die EU akzeptierte Ende Juli für fast alle Güter einen Zollsatz von 15 %, nicht zuletzt, weil sie technologisch und sicherheitspolitisch von den USA abhängig ist. Für die Schweiz folgte am Nationalfeiertag der Schock mit 39 %. Im November ebneten Schweizer Wirtschaftsführer bei einer Audienz beim US-Präsidenten der Diplomatie mit bedeutenden Investitionszusagen den Weg zu einer Absichtserklärung über einen Zollsatz von 15 %. Inwieweit sich diese Absichtserklärung angesichts der Sprunghaftigkeit des US-Präsidenten in eine stabile Lösung überführen lässt, wird die Zukunft zeigen.

Neben politischen Erschütterungen gab es auch solche in der Natur. Ende Mai verschüttete ein gewaltiger Gletscherabbruch im Lötschental das Dorf Blatten. Innert Minuten begrub eine Lawine aus Eis, Schlamm und Fels Häuser voller Erinnerungen und persönliche Lebenswerke unter sich.

Im Nahen Osten war das Bild zugleich von Leid und Hoffnung geprägt. Am 9. Oktober jubelten, erstmals seit Langem, Israelis und Palästinenser gleichzeitig: Zwei Jahre nach dem brutalen Terrorakt der Hamas und der militärisch massiven Antwort Israels schwiegen die Waffen. Hilfsorganisationen erhielten wieder Zugang zu den hungernden Menschen im Gazastreifen, und noch lebende israelische Geiseln wurden freigelassen. Bis zu einem echten Frieden bleibt der Weg jedoch weit, und die Aufarbeitung der erlebten Gewalt ist für beide Seiten eine enorme Herausforderung.

Die tragischen Ereignisse in Nahost brachten in vielen europäischen Städten Menschen auf die Strasse. Neben friedlichen Kundgebungen kam es auch zu Ausschreitungen, so auch am 11. Oktober in der Bundesstadt, in einem Ausmass, wie man es hierzulande selten erlebt. Für Gewalt ist in einer Demokratie kein Platz. Wer Einsatzkräfte angreift, steht nicht auf der Seite der Menschlichkeit. Humanität bedeutet auch, Mitgefühl nicht einer Ideologie zu unterordnen und menschliches Leid nicht politisch zu instrumentalisieren.

Die bevorstehenden Festtage laden uns ein, innezuhalten. Wir können die Welt vielleicht nicht im Grossen, wohl aber im Kleinen ein wenig menschlicher machen: mit einem guten Wort, einem offenen Ohr oder einer helfenden Hand. Indem wir nahestehenden Menschen mit Respekt und Wohlwollen begegnen, tragen wir zu einem lebenswerteren Miteinander bei.

In diesem Sinne danken wir Ihnen herzlich für die gute Zusammenarbeit und das entgegengebrachte Vertrauen. 

Wir wünschen Ihnen und Ihren Angehörigen frohe Festtage und für das neue Jahr Gesundheit, Zuversicht, Glück und Erfolg.

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