2016 NEW YEAR'S WISHES (German)

Geschätzte Geschäftspartner, Freunde und Bekannte

Das Jahr 2015 begann mit einem Paukenschlag:

Die Schweizerische Nationalbank stieg aus dem weltweiten „Währungswettlauf nach unten“ aus und liess eine abrupte Aufwertung des Frankens zu. Die Einführung von Negativzinsen war die andere unmittelbare Folge der extremen Geld- und Tiefzinspolitik, welche die mächtigen Notenbanken den übrigen Ländern aufzwingen – in der Meinung, die Weltwirtschaft müsse und könne auch sechs Jahre nach der Finanzkrise weiter angekurbelt werden.

Der Frühsommer brachte einen weiteren Akt im griechischen Schuldendrama. Dieses Mal machte sich das reform­müde Griechenland den Umstand zu Nutze, dass ab einer gewissen Schuldenhöhe die grössere Verhandlungsmacht beim Schuldner und nicht mehr beim Gläubiger liegt. Auch nach dem geschnürten Hilfspaket wird die Eurozone zukünftig durch politische Entscheidungen aus Krisen gerettet werden müssen; ganz einfach darum, weil die Einheitswährung in ihrer heutigen Struktur ökonomischen Grundgesetzen widerspricht.

Der ab Spätsommer aus Afrika und dem arabischen Raum anschwellende Migrationsstrom zeigte rasch die Grenzen des heutigen europäischen Asylregimes auf. Die Linderung des Flüchtlingselends führt unter diesem Regime zu einer hochgradig ungleichen Lastenverteilung unter den europäischen Staaten. Die europäische Union wird sich in Zukunft mit undankbaren Fragen beschäftigen müssen: Wie lange kann und will sie sich eine ungeregelte Zuwanderung leisten? Welche Regeln sollen an den Aussengrenzen gelten, sofern weiterhin auf Binnengrenzen verzichtet werden soll?

Den traurigen Höhepunkt in diesem Jahr bildeten zweifellos die verheerenden Terroranschläge im November in Paris. Nach diesen schrecklichen Vorkommnissen muss Europa Antworten finden auf offenbarte Sicherheitsprobleme. Die Antwort sollte mehr sein als die durchaus richtige Reaktion, sich von Terrordrohungen in seinem Konsum- und Freizeitverhalten nicht einschränken zu lassen. Und die banale Tatsache, dass absolute Sicherheit nicht zu haben ist, kann kein Argument gegen geeignete und zumutbare Anstrengungen zur Verbesserung der Sicherheitslage sein.

Die in Europa vor sich gehenden Entwicklungen wirken sich auch auf die Schweiz aus. Den verantwortlichen Akteuren in unserem Land und in Europa sei zum Jahreswechsel die nötige Weitsicht und Besonnenheit zur Meisterung der anstehenden Herausforderungen gewünscht. Ihnen und Ihren Angehörigen wünschen wir frohe Festtage sowie alles Gute, viel Glück und Erfolg im neuen Jahr.

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